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Equality Six

Florian, Denise, Kevin, Johanna, Jan und Jaqueline erzählen was Gleichberechtigung für sie bedeutet, was sie im Körper eines anderen Geschlechts gern tun würden und was das alles mit Freiheit zu tun hat. Mit Illustrationen von Konrad Wartbichler.

 

Die Menschen mit ihren Unterschieden

von Jan Gölles

Die Menschen sind ganz unterschiedlich.

Sie haben unterschiedliche Gesichter. Sie sind schmal, rund und eckig.
Wir sind von der Kleidung ganz unterschiedlich angezogen. Frauen tragen gerne bunte Kleider. Männer tragen gerne bunte Hosen.
Bei uns Menschen sind die Haare von der Farbe her ganz anderes. Und es gibt lange und kurze Haare.
Jeder Mensch kann einen anderen Gesichtsausdruck haben.
Höflich, böse, grantig, lustig und vergesslich.

Wenn ein Mensch freundlich mit mir redet, dann hat er mich gut behandelt.
Wenn mich jemand anschreit, dann hat er mich unfreundlich behandelt.

Die Menschen sind unterschiedlich groß und klein.
Jeder Mensch ist anders angezogen.
Der Bauch vom Menschen ist dick oder dünn.
Jeder Mensch hat andere Hobbys.
Iris kann auf ein Klettergerüst klettern.
Mein Freund Justin malt gerne Drachenbilder.
Justin rechnet nicht sehr gerne.
Derk arbeitet gerne in der Küche.
Derk und ich sind Zwillinge. Wir schauen beide gleich aus. Da komme ich mir vor wie ein Doppelgänger.
Ich fahre gerne Achterbahnen.
Iris fährt nicht gerne Achterbahnen.
Manuel isst gerne Gemüse.
Manuel mag kein Fleisch.
Ich bin ein Fleischesser.
Derk mag keinen Schinken auf der Pizza.
Ich esse gerne Schinken auf der Pizza.
Papa geht gerne schwimmen.
Papa mag kein Memory spielen.

Ich finde es toll, dass jeder Mensch anders ist.

Wenn ich ein Mann wäre

von Denise Luttenberger

Wenn ich ein Mann wäre,  
würde ich nur noch im Fitnessstudio sein.

Wenn ich ein Mann wäre,
würde ich mit einem teuren Auto fahren.

Wenn ich ein Mann wäre,
würde ich viel Geld haben.

Wenn ich ein Mann wäre,
würde ich gut aussehen.

Wenn ich ein Mann wäre,
würde ich mir viel kaufen.

Wenn ich ein Mann wäre,
würde ich im Stehen pinkeln.

Wenn ich ein Mann wäre,
würde ich einen gut bezahlten Arbeitsplatz haben.

Wenn ich ein Mann wäre,
würde ich für meine Freundin da sein.

Wenn ich eine Frau wäre

von Kevin Neubauer

Wenn ich eine Frau wäre, dann würde ich mich auf keinen Fall schminken.
Ich wüsste nicht einmal, wie ich die Schminke runterwaschen soll.
Ich mag als Frau auch gerne Kleider.  
Ich würde keine Stöckelschuhe anziehen.  
Ich würde auch keine Röcke tragen.

Wenn ich eine Frau wäre, dann würde ich nicht modeln wollen.
Ich würde auch kein pinkes Auto fahren.    

Wenn ich eine Frau wäre, würde ich es wagen, mich zum Spaß zu schminken. Ich will wissen, wie die Mädels darauf reagieren.
Wenn ich eine Frau wäre, dann würde ich immer eine neue Handtasche haben.

 

Unterschiede und Gleichheit

von Jacqueline Kaspar

Unter Gleichheit verstehe ich, dass ein Mensch genauso behandelt wird wie der andere.
Es bedeutet für mich, dass ich jeden Menschen gleich behandle, egal ob schwarz, asiatisch, im Rollstuhl oder mit Behinderung. Bei mir geht es nicht um die Kultur. Man muss Respekt vor dem Menschen haben, dann fühlt er sich auch wohler. Ich behandle jeden gleich. Wenn ich mich ungleichberechtig fühle, sage ich es sofort.

Das schöne, wenn man Unterschiede hat, ist, dass jeder Mensch anders aussieht. Manche habe schöne lange Haare oder haben eine besondere Eigenschaft. Der Charakter ist anders, man hat eine seltene Augenfarbe. Ganz viele auf der Welt haben blaue oder grüne Augen, haben eine große Nase oder haben eine Behinderung. Man kann nicht gleich ausschauen, das würde keinen Sinn ergeben. Ich könnte es nicht ertragen, wenn ich jeden Tag meinem Zwilling begegne. Ich finde es gut, dass jeder Mensch seine Unterschiede hat.
Man sollte jeden Menschen, den es auf der Welt gibt, so nehmen wie er ist.
Man sollte Menschen nicht anders behandeln, nur weil sie anders sind.

Wertschätzende Menschen

von Florian Haider

Frieden ist für mich:
Wenn ich mich wohlfühle und mich sicherer fühle, wenn Menschen etwas ausstrahlen, was mich im Positiven reizt. Und ich mich dann austauschen kann, bis ins Unendliche, auch wenn Meinungsverschiedenheiten entstehen können.
Ich bin zur Erkenntnis gekommen, dass ich an Frieden glaube und ich mir daher denke, dass mir kein Unrecht getan werden könnte.

Doch ist es möglich, dass  wir wirklich in Frieden leben können? Und was ist, wenn wir gewisse Menschen nicht mögen, was tun wir dann?
Dann sollte man trotzdem, so gut es geht, mit einer freundlichen, höflichen Art, den Menschen begegnen. Man sollte Menschen einen positiven Weg für die Zusammenarbeit zeigen.

Stellen wir uns einmal die Frage, warum wir uns bei der Begrüßung und beim Abschied die Hand reichen?
Für mich ist ein Handschlag ein Ausdruck von Gespür, wenn Personen selbstbewusst auftreten. Daher kann es sein, dass ein fester Händedruck entstehen könnte.
Oder auch ein sanfter, wenn ein Mensch in sich ruhend ist, er könnte auch unsicher sein, und erdverbunden und gerne mal beobachten.
Solche Menschen sind für mich sehr anziehend und suchen den Frieden.

Mein Leben, das ich frei bestimme

von Johanna Tappler


Ich lebe die Hälfte fremdbestimmt und die Hälfte selbstbestimmt.
Ich stehe genau in der Mitte.

Selbstbestimmung bedeutet für mich, meinen Willen und Kopf durchzusetzen.
Ich verstehe darunter: Man darf freie Entscheidungen für sich treffen.
Ich entscheide, wann ich reiten gehe und wann ich mich mit Renate, meiner Freizeitbetreuerin, treffe.
Bei der Kleiderwahl muss Mama für mich entscheiden.
Wenn ich nicht mehr weiterweiß, soll meine Familie für mich entscheiden.
In schweren Zeiten ist mir die Entscheidung anderer wichtig.

Ich lebe dabei in Frieden und Freiheit.
Ich, selbstbestimmt.
Ein Grieche sagte einmal: Freiheit ist die Wiege der Selbstbestimmung.

Ich habe Verantwortung für mein Leben. Mein Leben ist mir wertvoll.
Natürlich sollte jeder für sich verantwortlich sein. Es ist schließlich sein Leben.
Natürlich kann man es auch lernen, denn wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Ich versuche immer, bei der Selbstbestimmung meinen Willen durchsetzen.
Denn ohne ihn geht gar nichts bei mir.
Ich versuche es oft. Wenn ich es brauche und wenn ich es will.
Denn ich habe einen Willen, der auch in verzweifelten Lagen nicht aufgibt.
Ich bestimme selbst stark über mein Leben.
Mein Leben ist mein wichtigster Gefährte.
Ich lebe freibestimmt. Meine eigene Freiheit ist beim Entscheiden das Allerhöchste.
Und mein innerlicher Frieden.

Ich bin ein freier Mensch.

 

Bilder: Konrad Wartbichler aus dem Malatelier Randkunst.

Texte: Alle Texte sind in der Medienwerkstatt Lieboch entstanden. Infos dazu findet ihr hier.



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