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| "Jungfrau" |

von Hala Koutrach

Bei dem Festival TheaterFormen in Braunschweig, 7. bis 17. Juni, fanden viele verschiedene Theaterstücke, Performances, Konzerte, Filmvorführungen und Gespräche statt. Die Künstler*innen des Festivals, eines der größten für internationales Theater, kommen aus aller Welt. Ihre Geschichten und Bilder verbinden sich zu einem großen semiotischen Netz, das von Konflikten erzählt, vom postkolonialen und globalisierten Leben.

Nicht nur die Theaterstücke sind vielsprachig - auch der Blog von TheaterFormen ist in vielen Sprachen verfasst!

Während des Festivals wird ein Blog bespielt, auf dem Kritiken, Kommentare, Interviews und Fotos ihren Platz haben. Die Beitragenden des Blogs sind Szudierende und Journalist*innen. Schau selbst nach, ob deine Muttersprache vertreten ist: http://blog.theaterformen.de/

[Deutsch siehe unten]

يُخلق الإنسان في هذه الحياة ليدخل مباشرةً أولَ علاقةٍ اجتماعية تربطه بأمه- تحديداً، بحيث تكون أولى علاقاته مبنيةً على الحاجة، الحب والشعور بالأمان، ومن ثم تنشأ علاقات تربطه بأبيه، إخوته والمحيط الأقرب. مع زيادة وعي الإنسان واختلاف حاجاته المعنوية والمادية، تتغير شكل وقوة علاقته بنفسه كما بالآخرين، فينتقل من دائرة اجتماعية إلى اخرى أوسع، وبالتالي تختلف خصائصه الشخصية النفسية، وسلوكه الاجتماعي، وذلك لاختلاف حاجاته وزيادة مسؤلياته، وهنا تأتي علاقات الجيرة والصداقة وزمالة العمل…

حقيقةً، من غير الممكن تعريف أو تحديد معنى علاقة الأمومة والأبوة والأخوة أو حتى الصداقة أو الزمالة.. قد تأخذ هذه العلاقات أشكال و خصائص مشتركة بين الناس، لكن من الأكيد أنها تختلف! مشاعر الأمومة تختلف، كما تختلف معاني أشياء كثيرة بالنسبة لشخص وآخر، تبعاً للتجارب المُعاشة سابقاً، وظروف الزمان والمكان.

قد يرحل الأب وقد تموت الأم وقد يُفقد الأخ كما يُفقد الوطن.. قد يحيى المرء ويموت ولايتعرّف على أمٍّ إلا التي اعتنت وربّت وأغنَت لا التي أنجبت، وقد يرحل الأب باكراً وتكون الأم هي الأب، الأخ، الصديقة والملجأ الأول والأخير. كما قد يعيش المرء سبعةً وعشرين عاماً، واثقاً بأرض ولد فيها ظانّاً أنه سيموت فيها آدمياً.. إنساناً ذو حق وكرامة، ليلقى نفسه سارحاً في بلاد الله باحثاً عن "وطن

ماري واتسن في قصتها JungFrau

تتعرض للعلاقات العائلية والأسرار التي يخفونها خلف الأبواب المغلقة. في العرض المسرحي الذي يحمل الاسم ذاته، والذي عرض في مهرجان

Theater Formen 2018

يسعى أبطال المسرحية للعيش في شخصياتهم وأخلاقياتهم المتفردة-ومن جهة أخرى لعرض طبيعة هذه العلاقات العائلية القائمة على اختلاف حاجاتهم الماسّة لبعضهم البعض، في ظل الظروف الصعبة والمعقدة.

هذا العرض المسرحي اتسم بالألوان من حيث الشكل والمضمون، حيث شاهدنا بعض النماذج لعلاقات عائلية قد تبدو بعيدة عن النمط المعتاد، ولكن ما مدى صحة تنميط المفاهيم في حياتنا؟

من تجربتي الواقعية، قد تفرض الظروف علاقات إنسانية وعلاقات أخرى قد تكون غير معروفة أو متوقَعة، وقد تبقى غير مفهومة أبداً!

أما بالنسبة لمسألة الأسرار، فمن واقعنا وكما نشهد جميعاً، أن في العالم اليوم من اختلالٍ في القيم ومن الشر، مايستلزم الحياء واعتماد السرية خجلاً، إلا أن كل مايحدث؛ نسمعه ونراه وقد نعيشه جهراً بل وفجوراً.

إني ومن أجل كل ماذكر وأكثر، أظن أنه لم يعد يبدو لي شيء غريب أو مستحيل أو حتى معقّد في هذه الحياة.. رأيت وأرى وقد أرى الكثير حتى النهاية.

نص: حلا قوطرش

 

Kaum kommt der Mensch auf diese Welt, geht er (oder sie) schon die erste soziale Bindung ein, nämlich die zu seiner Mutter. Diese erste Beziehung gründet sich zunächst auf reine Bedürftigkeit, Liebe und das Gefühl von Geborgenheit. Nach und nach kommen dann Beziehungen zum Vater, zu Geschwistern und zum unmittelbaren Umfeld hinzu. Mit zunehmenden Bewusstsein und sich wandelnden seelischen und körperlichen Bedürfnissen ändern sich auch Art und Stärke der Beziehung eines jeden einzelnen mit sich selbst und mit anderen. Das soziale Umfeld erweitert sich und damit ändern sich auch die seelischen Eigenschaften und das soziale Verhalten des Menschen, weil sich seine oder ihre Bedürfnisse ändern und die Eigenverantwortung wächst. Fortan spielen auch nachbarschaftliche, freundschaftliche und kollegiale Beziehungen eine Rolle. 

Es ist in der Tat quasi ein Ding der Unmöglichkeit, genau zu benennen oder zu definieren, was eine Beziehung zur Mutter, zum Vater, zu Geschwistern, zu FreundInnen und KollegInnen genau bedeutet. Zwar mögen diese Beziehungen sich bei verschiedenem Menschen ähneln, doch schlussendlich unterscheiden sie sich immer voneinander. Mütterliche Gefühle unterscheiden sich ebenso voneinander wie viele andere Dinge sich von Mensch zu Mensch je nach bisheriger gelebter Erfahrung, nach Zeit und Ort unterscheiden. 

Vielleicht verscheidet der Vater, stirbt die Mutter, geht der Bruder wie die Heimat verloren. Manche Menschen leben und sterben, ohne jemals eine andere Mutter kennengelernt zu haben, als die, die sich gekümmert, ihn/sie aufgezogen hat als Ersatzmutter, nicht die, die sie geboren hat. Vielleicht verscheidet auch der Vater früh und die Mutter ist Vater, Bruder, Freundin zugleich, erste und letzte Zuflucht. Und es kommt auch vor, dass ein Mensch siebenundzwanzig Jahre zuversichtlich in dem Land lebt, in dem er/sie geboren wurde, in der Annahme, dass er/sie dort auch eines Tages menschenwürdig sterben werde, nur um dann doch irgendwann irgendwo anders auf Gottes schöner Erde auf der Suche nach einer Heimat rastlos umherzustreifen.

Mary Watsons Geschichte JungFrau spürt Familienbanden und deren Geheimnissen, die sie streng verschlossen halten, nach. In der darauf basierenden Theaterfassung, die beim Festival TheaterFormen 2018 aufgeführt wurde, versuchen die Protagonisten jeweils, gemäß ihren eigenen Persönlichkeit und moralischen Vorstellungen zu leben. Auf der anderen Seite geht es um die Darstellung der Art dieser familiären Beziehungen, die sich auf die unterschiedlichen Dringlichkeit ihrer Bedürftigkeit nacheinander gründen, vor dem Hintergrund schwieriger, hochkomplexer Umstände.

Die Aufführung war sowohl von der Form als auch vom Inhalt her sehr bunt. Es gab einige Formen familiärer Beziehungen zu sehen, die sehr weit von klassischen Mustern entfernt zu sein schienen – doch wie weit treffen Normierungen von Begriffen in unserem Leben eigentlich überhaupt zu? Aus meiner eigenen Erfahrung her kann ich sagen, dass bestimmte Umstände auch ungewöhnliche oder unerwartete zwischenmenschliche und sonstige Beziehungen hervorbringen, die vielleicht sogar völlig unverständlich bleiben.

Was nun die Geheimnisse angeht, so erleben wir alle als gelebte Realität, dass es heutzutage auf der Welt soviel Werteverfall und Böses gibt, dass man oft nur noch schamhaft schweigen und betreten Geheimnisse bewahren mag. Dabei geschieht alles, was wir hören, sehen und möglicherweise auch erleben müssen, offen und zügellos. Und so denke ich aufgrund des Genannten und noch einigem mehr, dass mir nichts mehr fremd, unmöglich oder auch zu kompliziert erscheint in diesem Leben, bei allem, was ich gesehen habe und noch sehe und vielleicht bis zum Ende noch sehen werde.

 

Aus dem Arabischen von Nicola Abbas

Festival TheaterFormen 2018: Das Festival findet statt im Staatstheater Braunschweig, vom 7. bis zum 17. Juni. Mehr Informationen im Programm. Zuerst ist Hala Koutrachs Text auf dem TheaterFormen Blog erschienen. 


Autorin: Hala Koutrach | Übersetzung: Nicola Abbas (Bochert Translations) | Foto: Manuel@DARC.media

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