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Germanisation - Verdeutschung

Von Said Maissara

[english below]

Die Menschen sind unterschiedlich. Und auch ihr Denken ist unterschiedlich. Durch mein politisches Engagement in meiner Heimat Sudan habe ich zwei entscheidende Möglichkeiten des Denkens kennengelernt: Während ich versucht habe, die Menschen in unserer Hauptstadt Khartum dazu zu bewegen, auf die Straßen zu gehen und die Gewalt der Regierung gegen Zivilisten in den Krisenregionen anzuprangern und zu verurteilen, habe ich gesehen, dass einige, kurz bevor wir auf die Straßen wollten, Angst bekamen. Andere hingegen nicht. In solch brenzligen Situationen handeln die Menschen gemäß ihrer eigenen Vernunft. Einige fragen sich: Wenn ich rausgehe, um zu protestieren, was wird mir geschehen? Andere fragen sich: Wenn ich nicht rausgehe, um zu protestieren, was wird dann aus den Zivilisten in den Kriegsgebieten im Sudan? Das sind zwei völlig verschiedene Denkweisen. Hier zeigt sich, ob ein Mensch eine verantwortungsvolle Person ist oder nicht – zumindest sehe ich das so.

Viele Menschen auf dieser Erde wurden so erzogen, dass sie nur für sich selbst Verantwortung übernehmen und sich nicht um andere, die Zukunft oder die Umwelt kümmern. Worum ich diese Menschen inständig bitte, ist, sich einmal in die Lage von Kindern, Frauen, Jugendlichen und Familien zu versetzen, die unter Mord, Folter, Vergewaltigung, Verschleppung, Armut, Hunger, Ignoranz, Ungerechtigkeit und Diskriminierung leiden. Als ich in Deutschland ankam, wurde ich mit einem Platz zum Schlafen versorgt, mit einer Krankenversicherung für Notfälle und etwas Taschengeld, um mir Essen zu kaufen. Im Sinne des deutschen Systems ist das alles, was ein Mensch braucht, unabhängig davon, ob er oder sie in Freiheit lebt, ein Recht auf Arbeit hat oder sich frei bewegen darf.

»Jene, die immer noch in den engen Grenzen eines singulären Zugehörigkeitsgefühls leben, bleiben in der Vergangenheit zurück.«

Es war für mich eine schockierende Erfahrung, als ich im Flüchtlingswohnheim in Braunschweig in der Boeselagerstraße 4 fast ein Jahr lang, von August 2010 bis zum Juli 2011, nichts weiter tun konnte, als zu warten, vergeblich zu warten, auf nichts zu warten. Und dennoch auf alles gefasst zu sein. Als ich fragte, wann ich mit einer Antwort auf meinen Asylantrag rechnen könne, hieß es von den amtlichen Behörden: Sie müssen warten, niemand weiß, wie lang. Es war eine sehr zermürbende Zeit, denn ich war hochmotiviert, mich in die deutsche Gesellschaft einzubringen. Ich war voller Hoffnung, voller Träume und hoher Erwartungen. Doch nichts von meinen Vorstellungen stimmte mit der Wirklichkeit überein. So begann ich zu verstehen, was Integration im Sinne der deutschen Behörden bedeutete. 2010 hatte ich den Sudan verlassen, um in Deutschland um Asyl zu bitten. Doch ich traf auf dasselbe Denken, das ich auch schon im Sudan kennengelernt hatte. Die deutsche und insgesamt die europäische Gesellschaft erscheint mir extrem gespalten zu sein, in eben diese beiden beschriebenen Lager, von denen das eine fragt: Wenn wir die Grenzen nicht öffnen, was wird mit ihnen passieren? Wohingegen das andere Lager fragt: Wenn wir die Grenzen öffnen, um die Flüchtlinge einzulassen, was wird dann aus uns, unserer Wirtschaft, unserer Gesellschaft und unserem Wohlstand?

Diese Einstellung ist nichts Nebensächliches, sondern sie bestimmt das gesamte Denken eines Großteils der Europäer und Deutschen. Merkwürdig ist, dass ich inzwischen fest davon überzeugt bin, dass dieser Teil der Gesellschaften Opfer ist. Ja, sie sind Opfer. Wir leben in der Ära des dritten Jahrtausends, in der Zeit der Globalisierung und des Weltbürgertums. Jene, die immer noch in den engen Grenzen eines Zugehörigkeitsgefühls zu Nation, Geburtsort, Kultur oder Religion leben, bleiben in der Vergangenheit zurück. Sie sind die Opfer dieses Systems und seiner Bildungseinrichtungen, der Medien, der politischen Elite und einer beschämend ungerechten Kolonialgeschichte – einer Geschichte, die durch die Verbreitung einer Kultur des Materialismus, der Oberflächlichkeit und des Egoismus wiederholt wird. Sie sind die Opfer europäischer Politiker, die nur wenig Engagement für internationale Menschenrechte zeigen und die Notwendigkeit einer gerechten globalen Wirtschaft noch immer ignorieren.

Vor langer Zeit, in den 70ern, war es Bob Marley der ausrief:

Guiltiness ...
Talking about guiltiness,
Guiltiness pressed on their conscience,
And they live their lives ...
On false pretense everyday ... Each and everyday.
These are the big fish ...
Who always try to eat down the small fish ...
I tell you what, they would do anything
To materialize their every wish

Die deutsche Bevölkerung verfügt mit ihrem Grundgesetz über eine relativ gute Verfassung. Doch was das Bewusstsein und das Pflichtgefühl gegenüber dieser Verfassung betrifft, so besteht eine deutliche Diskrepanz zwischen dem Geist des deutschen Grundgesetzes und den Positionen des deutschen Staates sowie der politischen Elite bezüglich der Flüchtlingspolitik. Niemand kann eine Nation dazu zwingen, den Ansprüchen seiner Verfassung gerecht zu werden, als die Nation selbst. Als ich hier ankam, war ich verwirrt: Natürlich war Deutschland ein sichererer Ort als der Sudan, und ich war hier freier als dort, was wichtig und gut war. Gleichzeitig aber wurde ich von den Beamten wie ein Problem behandelt, das in ihrem wundervollen System plötzlich aufgetaucht war. Und ich fragte mich immer wieder: Bin ich hier willkommen oder nicht?

Das Gefühl, willkommen zu sein, ist sehr wichtig, vor allem für Menschen, die von weither kommen, aus Regionen, in denen Gastfreundschaft einen sehr großen kulturellen und sozialen Stellenwert genießt. Das Gefühl, willkommen zu sein, wird später der Schlüssel zu einer erfolgreichen, tiefgreifenden und wirklichen Integration sein. Ohne dieses Gefühl werden die Menschen spüren und verstehen, dass sie zu einer „Germanisation“, zu einer Verdeutschung, und nicht zur Integration angehalten werden. Verdeutschung ist der Integrationsprozess, durch den die deutschen Behörden einen Neuankömmling befähigen wollen, ein Teil der deutschen Gesellschaft zu werden, ohne aber auf die jeweils spezifische Geschichte, Kultur und die sozialen Normen der Herkunftsländer zu achten. Meine starke Überzeugung ist es, dass Integration nicht zu verwirklichen ist, solange wir Begriffe verwenden wie: Flüchtlingsgemeinschaften, Migrantengemeinschaften, Migrationshintergrund... etc. Was in Deutschland mit den Neuankömmlingen passiert, kann ich nicht Integration nennen, sondern nur Germanisation. Vor allem konnte ich das bei einem der Integrationskurse beobachten, die ich in Hannover besucht habe. Das veranstaltende Institut konzentrierte sich darauf, uns über die deutsche Kultur und die Gesellschaft sowie das politische System zu belehren, jedoch ohne uns die Chance zu geben, auch etwas von unserer Kultur, unseren sozialen Normen und unserer Geschichte zu zeigen.

»Es war eine positive Erfahrung für mich, in einem Land die tatsächliche Trennung der Gewalten zu erleben.«

2010 kam ich nach Deutschland, um Schutz vor der sudanesischen Regierung zu suchen. Ich kam mit der großen Hoffnung, dass die deutsche Regierung mich schützen könnte und mein Leben retten würde. Aber unglücklicherweise habe ich zwei Jahre damit verbracht, vor meinem vermeintlichen Beschützer Schutz zu suchen. Das Gute war, dass ich in der deutschen Justiz einen wirklichen Beschützer vor meinem vermeintlichen Beschützer fand, dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Es war eine positive Erfahrung für mich, in einem Land tatsächliche Trennung der Gewalten zu erleben – selbst, wenn der Vergleich zu meiner Heimat Sudan hinkt, befindet sich dort die Macht über alle Gewalten und ihre Behörden doch in der Hand eines Diktators.

Die schwierige und ungerechte Lage der sudanesischen Flüchtlinge in Deutschland liegt darin begründet, dass die Mehrheit der deutschen Regierung sich nicht für die Belange des sudanesischen Volkes verantwortlich fühlt und den Sudan nicht als Land anerkennt, das Frieden und Demokratie anstrebt. Aus meiner politisierten Sicht betrachtet, unterstützen die deutsche Regierung und die Europäische Union den sudanesischen Präsidenten Omar Al-Bashir, einen vom internationalen Strafgericht angeklagten Verbrecher, und dessen islamisch-fundamentalistisches Regime. Erst 2014 hat die EU mit Omar Al-Bashir einen großen Vertrag abgeschlossen, um in Zusammenarbeit Flüchtlinge und Auswanderer daran zu hindern, den Sudan zu durchqueren und so Libyen und das Mittelmeer zu erreichen – obwohl die EU weiß, was Omar Al-Bashirs einziger Weg ist, Menschen oder Dinge an irgendetwas zu hindern: Er ist ein Diktator, der nur töten kann. Trotzdem hat die EU ihm Millionen Euros zugestanden. Um der EU eine Hilfe zu sein, wird er Migranten auf ihrem Weg in Richtung Mittelmeer töten müssen. Diese Zusammenarbeit zwischen EU und Sudan ist Teil des sogenannten „Khartum Prozesses". Mit wenigen Klicks lassen sich im Internet weitere Informationen finden über die Beschlüsse der Ministerkonferenz des Khartum Prozesses, der am 28. November 2014 in Rom abgehalten wurde. Mehr Informationen zum Khartum-Prozess gibt es etwa auf der Seite der NGO Pro Asyl. Auch der europäisch-afrikanische Gipfel in Malta baute die Zusammenarbeit der EU mit repressiven Regimen in Afrika weiter aus. Diese Kooperation kommentierte Johannes Dieterich für die Frankfurter Rundschau am 1. Juni 2016.

Die EU und Deutschland haben mich zweimal tief erschüttert. Das erste Mal, als die deutschen Behörden meinen Asylantrag ablehnten und mich zurück in den Sudan ausweisen wollten. Das zweite Mal, als ich erfuhr, dass die EU und Deutschland mit dem sudanesischen Präsidenten kooperieren würden. Seitdem engagiere ich mich und kämpfe gegen diese Zusammenarbeit, unter der Unschuldige und Zivilisten leiden werden.

»Unser Motto ist: Löse deine Probleme selbst! Schaffe dir selbst Arbeit und finanzielle Unabhängigkeit!«

Mein Dank und meine Wertschätzung gilt meinen Freunden, mit denen wir 2011 die German Sudanese Association for Development (GSAD) gegründet haben, eine Organisation, die mit vielen Flüchtlingen aus dem Sudan und aus anderen Ländern zusammenarbeitet und sich dafür einsetzt, Kindern und Frauen im Sudan zu helfen. In der Organisation der GSAD begannen wir mit den Menschen zu kooperieren, die sich fragen: Wenn wir die Grenzen nicht öffnen, was passiert dann mit den Menschen, ihren Familien und Kindern? Eine wichtige Erfahrung war für mich vor allem die Zusammenarbeit mit dem Netzwerk „Karawane" und dem Forum für Refugees „The Voice". Beide sind wesentliche Lehrstätten für den Widerstand gegen alle Formen von sozialer Ungerechtigkeit.

Unsere Rechte, hier und jetzt – das war unser Motto im Camp protestierender Flüchtlinge in Hannover. Als Protestbewegung hatten wir den Weißekreuzplatz im Herzen Hannovers im Mai 2014 besetzt, damit auch unsere Stimme gehört werden würde. Dieses Camp wurde eine sehr gute Schule, um mehr über die deutsche Gesellschaft, ihre Strukturen und Systeme und über das individuelle Sozialverhalten in Deutschland zu lernen. Es wurde ein Ort für alle möglichen Aktivitäten, vor allem für das Aufeinandertreffen verschiedenster Gruppen: den sudanesischen Flüchtlingen auf der einen Seite, der Stadtverwaltung, politischen Parteien, NGOs, Aktivisten und ihren Gruppierungen, Studenten, den Medien und weiteren auf der anderen Seite. Unsere politische Aufgabe bestand darin, sowohl gegen die Flüchtlingspolitik der deutschen Regierung, insbesondere was den Sudan betrifft, als auch gegen die Zusammenarbeit der deutschen mit der sudanesischen Regierung zu protestieren und diese zu verurteilen. Viele Menschen sind motiviert, Flüchtlinge in allen sozialen Belangen zu unterstützen, sie spenden Kleidung, Essen, Mittel der medizinischen Versorgung. Und die meisten politischen Aktivisten leisten Flüchtlingen große Unterstützung, wenn es zu Demonstrationen, Protestcamps oder anderen politischen Aktionen kommt. Die sozialen und politischen Aspekte sind in der Tat sehr wichtig, doch was ist mit den wirtschaftlichen?

Ich glaube, dass es nicht möglich ist, ernsthaft über Veränderungen, soziale Gerechtigkeit und Gleichheit zu diskutieren, ohne die Wechselwirkungen und Verflechtungen von politischen, sozialen und wirtschaftlichen Faktoren zu verstehen. Dementsprechend wollten wir unsere bisherigen politischen Bemühungen „upgraden", einen Schritt weitergehen, und haben im Winter 2015 UMBAJA e. V. gegründet, eine selbstorganisierte Gruppe von Neuankömmlingen, deren Engagement darauf zielt, Flüchtlingen auch wirtschaftlich ein Ankommen zu ermöglichen. Unser Motto ist: Löse deine Probleme selbst! Schaffe dir selbst Arbeit und finanzielle Unabhängigkeit! UMBAJA e. V. will das gesellschaftliche Bewusstsein dafür schaffen, dass soziale Gerechtigkeit nur auf dem Weg einer auch wirtschaftlichen Bewegungsfreiheit für Neuankömmlinge zu erreichen ist. Der große Vorteil dieser Herangehensweise wäre es, dass nicht länger versucht würde, Neuankömmlinge als Objekte in die Gesellschaft zu integrieren oder, wie in manchen Fällen, sie für persönliche oder institutionelle Karrieresprünge zu instrumentalisieren oder allein, um den Ruf eines Sozialengagierten zu erlangen.

UMBAJA e. V. hilft und unterstützt beim Konzipieren von Projekten und Anträgen, dem Aufstellen von Geschäftsplänen, der Gründung von Firmen, dem Beantragen von Krediten und Fördermitteln, mit Kontakten und dem Gründen von Partnerschaften und Netzwerken. In Zukunft wollen wir von UMBAJA e. V. daran arbeiten, multi- und interkulturelle Alternativen wirtschaftlicher Teilhabe vorzuschlagen. Unsere Lösungen sollen auf die praktischen Probleme reagieren, die sich aus der Kluft zwischen den dringenden Bedürfnissen von Neuankömmlingen und den Anforderungen der deutschen Bürokratie ergeben.

Everybody can be great, because everybody can serve.
You don't have to have a college degree to serve.
You don't have to make your subject and your verb agree to serve.
You don't have to know about Plato and Aristotle to serve.
You don't have to know Einstein's Theory of Relativity to serve.
You don't have to know the Second Theory of Thermo Dynamics in Physics to serve.
You only need:
A heart full of grace
A soul generated by love.

Martin Luther King, Jr.

 


Autor: Said Maissara | Übersetzer: Lorenz Just

 

Germanization

By Said Maissara

People are different. And the ways of thinking of people also are, of course, different. Through my political activity in my home country, Sudan, I could recognise two major ways of thinking. Back then I was mobilising others to go out in the streets to protest against Sudanese government, to denounce and condemn its brutality against civilians in conflicts zones in Sudan. We were aiming to protect them through demonstrating and protesting in Khartoum, the capital. As we were planning to go out on the streets to protest, some people were feeling afraid and some didn't. Generally under such conditions people decide according to their ways of thinking. Some people ask themselves: If I went out to protest, what would happen to me? And others ask themselves: if I did not go out on the streets to protest, what would happen to those civilians in the war zones in Sudan?

These are two totally different ways of thinking. It is a question of being a responsible person or not – at least from my point of view. Many people on this planet have been educated to be responsible exclusively for themselves, with no concern for others, the upcoming future or the environment. My enduring humanitarian appeal to them is, to put themselves in the shoes of children, women, youth and families, who are suffering under killing, torture, rape, displacement, poverty, hunger, ignorance, injustice and discrimination.

Upon my arrival in Germany, I had been provided with a place to sleep, a partial health insurance coverage (just in emergencies) and pocket money to feed myself. According to the German system this is what a man needs, regardless if he/she is enjoying his/her freedom or not, has the right to have a job or has the right to move freely. What I had to witness at the Refugee Wohnheim in Boeselagerstraße 4, in Braunschweig, was an extremely alarming shock to me. Between August 2010 and July 2011 I spent a whole period of my life waiting in vain, waiting for nothing, but expecting anything. The official "Behörden" advice, after I asked them, when I would get an answer to my asylum application, that I had just submitted, was: You'll have to wait. For how long? The answer was: Nobody knows.

»I found the German society, as well as the European society, extremely divided.«

It was a very challenging time, because at that time I was so motivated to integrate myself into the German society. I was full of hopes, dreams and positive expectations. But unfortunately the reality is so different. And I started to understand what integration means from the official point of view of Germany. After the year 2010, the year in which I left Sudan to ask for asylum in Germany, I experienced the same ways of thinking that I had experienced in Sudan. I found the German society, as well as the European society, extremely divided, according to these two ways of thinking, some asking: if we open the borders to let refugees come into Europe, what will happen to us? What will happen to our economy, society and luxuries? The other half is asking: if we do not open the borders, what will happen to them? What will happen to their lives, families and children?

And the first above mentioned way of thinking is not an isolated component, but it is a part of many European and German mind sets. Strangely enough I am now convinced that this part of society is the victims. Yes, they are victims. We are living in the era of the third millennium, the time of globalisation and world citizenship. So those who are living inside their psychological and mental prison of the limited affiliation to their nation, place of birth, culture or religion, they are still living in the past. They are victims of this System and its education institutions, media, political elite and a shameful unjust colonial history. A history, which had been reproduced in a new form by generalising the culture of money, materialism, superficiality and selfishness. They are victims of the European politicians, who are showing a poor record of moral self commitment to human rights internationally as well as their ignorance of the importance of a just and fair global economy. It was Bob Marley's cry, long time ago, in the 70s:

Guiltiness ...
Talking about guiltiness,
Guiltiness pressed on their conscience,
And they live their lives ...
On false pretense everyday ... Each and everyday.
These are the big fish ...
Who always try to eat down the small fish ...
I tell you what, they would do anything
To materialize their every wish

In terms of constitutional articles Germany has, relatively, a good constitution. But in terms of awareness and self commitment to thisconstitution and its spirit, there is a clear gap between the German state positions as the political elite behaviours on refugee-politics and the spirit of that constitution. No one can force a nation to commit itself to its constitution, except the nation itself. One can argue, that this is not true. Perhaps, perhaps not. But the feeling that I had at that time was so confusing; on the one hand Germany is safer than Sudan, and I could enjoy more freedom here than I did in Sudan, and that is positive and good. But from the other hand the governmental offices, without exception, treated me as a problem emerged in their beautiful system, and I repeatedly asked myself: Am I welcome or not?

Feeling welcomed is very important for newcomers to any place. It is very important for them to feel warm hospitality, especially for those who come from areas in which hospitality is one of the most important cultural and social norms. The feeling of being welcome, later, will be the main key for a successful, deep and true integration process. If not, people will feel, or probably understand, that they are travelling on a Germanisation process and not an integration one. Germanisation is an integration process through which German government administrations qualify a newcomer and prepare him/her to be part of the German society with very little attention to his/her history, knowledge and cultural and social norms. My deep belief is, that integration can and will not be a reality as we are still using terms like: refugees communities, migrants communities, migration background ... etc. What happens to newcomers in Germany, I cannot call anything different but Germanisation. I recognised that during my participation in one of the integration courses in Hanover. The institute, at which I had my integration course, was focusing on letting us know and learn about German culture, society, political system etc., but there was no space through which we could share our culture, social norms, history etc.

In 2010 I came to Germany seeking protection from Sudanese government. I came with the great hope that German government would protect me and safe my life. It was supposed to be my protector. But unfortunately I have spent two years in order to find a protection from my proposed protector – the German government itself. I was seeking protection from the protector. The good news here: I have been protected by the German legal authority (the court) from the German administrative governmental authority (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge). Yes, it was a good experience for me to live for the first time in a country where the governmental administrative, legislative and judicial systems are separated and independent, even if it is unfair to compare Germany to my home country Sudan, where the dictator controls all authorities and holds them in his hand.

The gap in the German system, when it comes to Sudan and refugees from Sudan, is caused by the factor that German governmen in its higher representation does not see itself responsible for Sudanese people or sees Sudan as a country looking for peace and democracy. From my political point of view German government, and the European Union behind it, supports the Sudanese president Omar Al-bashir, who is a criminal wanted by the international criminal court, and his Islamic-extremist regime. In the year 2014 the EU had a big deal with Omar Al-bashir to work together to stop and prevent migrants and refugees from crossing Sudan and not to allow them to reach Libya or the Mediterranean Sea – although the EU knows that Al-bashir has only one way to stop things or people. He is a dictator, knows only, how to kill. Despite this fact, the EU awarded him millions of Euros. In order to serve the EU, he will need to kill Sudanese and others African refugees, who are trying to cross Sudan on their way towards the sea and then Europe. This cooperation between EU and Sudan came as a part of what is known as Khartoum Process. Just another click in the internet search engines, one can find more information about the declaration of the ministerial conference of the Khartoum Process which was held in Rome on 28th November 2014.

»Our rights, right here and right now – that was our motto in the refugees protest camp in Hanover.«

EU and Germany shocked me twice. One time when the German Department for Migration and Refugees rejected my asylum case and tried to deport me back to Sudan, and the second time when I saw the EU and Germany cooperated with our dictator president.

I absorbed my alarming shock in 2010, and I started my stand and resistance against this cooperation between German and Sudanese government which harms innocents and civilians. We did that through different ways and activities, to give a voice to those who are voiceless. I want to express my thanks and appreciation to my friends with whom we established in 2011 the German Sudanese Association for Development (GSAD), an organisation which works together with many refugees from Sudan and others countries as well as it is trying to give a hand to children and women in Sudan. Our struggle with this organisation (GSAD) started with those who are asking themselves: If we do not open the borders, what will happen to the people, their lives, families and children? But my crucial part of this struggle was our engagement among Caravan Network and Voice Refugees Forum which are powerful schools in resistance against all forms of social injustice.

Our rights, right here and right now – that was our motto in the refugees protest camp in Hanover, which was a protesting movement that had been established to occupy Weißekreuzplatz in the heart of Hanover in May 2014. We wanted our voice to be heard. Refugees protest camp in Hanover was a successful school for us to learn more about German society, structure, system and individuals social behaviours. It was a qualitative action which provided a medium for action, reaction and interactions between refugees from Sudan from one hand, and from the other hand the city administration, political parties, NGOs, activists groups, students, media, etc. Our political mission was to reject both, German government's position on refugees especially those who are Sudanese, and the German-Sudanese governmental collaboration.

»We upgraded our political articulation in a new form by establishing a self-organised
newcomers group.«

For me refugees protest camp in Hanover was a very essential activity through which we could learn more and more about Hanover and Germany. This knowledge has opened our eyes and gave us lessons. Many people feel motivated to support refugees as people of a dire need for social help, by donating clothes, food, medical care, etc. Also most of political activists give a strong support to any kind of political activities such like demonstrations, protesting camps or any others kinds of political activities. Social and political aspects are very important, but what about the economical one?

My belief is, that it is unrealistic to talk seriously about change, social justice and equality without full understanding of the dynamic and reactivity between social, political and economical factors. Accordingly, we upgraded our political articulation in a new form by establishing, by the end of 2015, UMBAJA e. V., a self-organised newcomers group that aims at empowering refugees through economical solutions. Our motto is: Solve your problems by yourself and give yourself a job and financial satisfaction and freedom. Another one of the important aims of UMBAJA e. V. is to increase awareness of the society about the necessity of the economical empowerment of newcomers as an important station on the way towards the final destination of social justice. The big advantage of this approach is the avoidance of putting newcomers into the society like objects or in some cases as instrument for personal or institutional career upgrading, or the personal social fame.

UMBAJA e. V. supports and helps in project concept writing, business plans designing, companies establishment, credits and funding obtaining, contacts and cooperation partners arranging and networking. In UMBAJA e. V. future we are looking forward to introduce an example of multicultural-intercultural alternative economical contributions by proposing practical solutions based on the question: how to fill the gap? The gap, that is between the urgency of newcomer's needs and the German system bureaucracy.

Everybody can be great, because everybody can serve.
You don't have to have a college degree to serve.
You don't have to make your subject and your verb agree to serve.
You don't have to know about Plato and Aristotle to serve.
You don't have to know Einstein's Theory of Relativity to serve.
You don't have to know the Second Theory of Thermo Dynamics in Physics to serve.
You only need:
A heart full of grace
A soul generated by love.

Martin Luther King, Jr.

 


Autor: Said Maissara | Übersetzer: Lorenz Just

Großartiges entsteht, wenn Menschen mit verschiedenen Pers­pektiven zusammenarbeiten. Ein Upgrade durch Migration – Upgration. 2018 haben wir unterschiedliche Perspektiven auf das Thema WAHLHEIMAT kennengelernt. Ab sofort beschäftigen wir uns mit ERNEUERUNG. Mach mit! Und wenn du möchtest engagiere dich mit anderen für eine offene Gesellschaft, in der Du kreativ wirst!

Das ist die Betaversion von Upgration. Wir freuen uns auf Euer Feedback.