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If you like your coffee hot, let me be your coffee pot

Verliebt sein oder es sein zu wollen ist chaotisch, oft schön und manchmal auch traurig – und für jeden total subjektiv und nicht richtig greifbar. Mit ihrem Fotobuch möchte Kate Schultze das größte Gefühlt der Welt doch ein wenig einfangen: Mal überladen, mal trashig mit Blitz, mal melancholisch.

 

 

Seit wann definierst du dich als Fotografin?

Sobald ich mich vorstelle oder eine E-Mail schreibe, muss ich mich selbst labeln. Dadurch definiere ich mich berufsbedingt automatisch als Fotografin. Aber natürlich passt das auch in Bezug auf mein künstlerisches Schaffen, da ich eben primär und bereits lange mit Fotografien arbeite. Das Ziel, von meiner Arbeit als Fotografin leben zu können, trägt dazu natürlich auch bei. Besonders lange ist der Beginn dieser Selbstdefinition noch nicht her, vielleicht ein Jahr.

Wie kam es zu dem Fotobuch "if you like your coffee hot, let me be your coffee pot“?

Die – im Buch enthaltenen Fotos waren anfangs eigentlich nur Bilder, die ich spontan von meinen Freund*innen gemacht habe, weil da auf einmal viele in frischen Beziehungen waren oder nach etwas in der Art suchten. Ich habe meine Freund*innen dann beim Feiern geknipst oder wenn ich noch Bilder auf der Rolle übrig hatte. Dann gab es im Lette ein Modul mit dem Titel „True Lies“. Darauf verknüpfte ich diesen Aspekt mit dem Thema Liebe. Ich habe dann angefangen, bewusster Momente zu sammeln, die mir persönlich wichtig waren. Nach zwei Jahren ist das Buch entstanden – und ich sammle trotzdem immer mehr Momente wie diese.

Dein fotografischer Stil eröffnet für gewöhnlich ruhige, dokumentarische Szenen. In deinem vorgestellten Fotobuch gehst du andere Wege, setzt auf schnelle, aktive Point-and-shoot-Fotografie. Wieso hast du dich dafür entschieden?

Bei dieser Arbeit geht es nicht darum zu zeigen, dass man ein perfekt belichtetes Negativ erzeugen kann. Point-and-Shoots sind klein, günstig, zumindest meine, vollautomatisch und haben einen Blitz. Sie ermöglichen eine einfache Art zu fotografieren, welche man quasi in jedem Zustand ausführen kann. Das ist durchaus Luxus. Außerdem fand ich, dass er trashige Look ganz gut zum Thema passt. Und ein paar ruhige Bilder haben es dann ja doch in die Auswahl geschafft.

Welcher Prozess steckt für dich dahinter, zu entscheiden, das ist ein Foto, jetzt drücke ich den Auslöser?

Gerade bei dieser Arbeit ist das meistens Bauchgefühl. Nur bei wenigen Bildern hatte ich wirklich Zeit, länger über das Foto nachzudenken. Das Fotografierte zeigt Situationen, die für mich mit starken Gefühlen verbunden sind – sowohl positiven als auch negativen. Das wollte ich fixieren, eher so wie ein persönliches Fototagebuch.

Das Fotobuch ermöglicht den Betrachter*innen an privaten Momenten verschiedener Menschen teilzunehmen. Aber auch als Fotografin nimmst du auf gewisse Weise im Moment der Aufnahme an dieser Zweisamkeit Teil. Welche Fähigkeiten sind in diesen Momenten gefragt, wenn es darum geht Intimität zu zeigen?

Die Protagonisten des Buches sind meine Freund*innen. Da ist das natürlich einfacher, da sie es gewohnt sind, dass ich mit einer Kamera rumlaufe. Sie vertrauen mir diesbezüglich. Wahrscheinlich ist es wichtig, manchmal etwas dreist zu sein, auch wenn man Gefahr läuft, die Atmosphäre kaputt zu machen. Je öfter man als Störfaktor wirkt, desto normaler wird diese Handlung für alle. Es fällt irgendwann gar nicht mehr auf, wenn es hell blitzt oder ein lauter Verschluss klickt. Alte Kameras sind ja nicht gerade leise. Wenn ich am Anfang Bilder gemacht hab, dann waren die meisten erschrocken, das hat die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Mittlerweile wissen alle, ah das ist Kate, die nervt immer ein bisschen mit ihrer Kamera, aber wenn wir dem nicht groß Aufmerksamkeit schenken, dann macht es keinen Unterschied – immerhin gibts am Ende Fotos für uns.

Gibt es einen Moment in diesem Projekt, in dem du bereut hast, mal kein Foto gemacht zu haben?

Klar, einige! Vor allen Dingen, wenn fremde Personen involviert waren. Da muss ich auch noch selbstsicherer werden. Aber im Nachhinein ist das auch in Ordnung, so ist das Buch noch persönlicher geworden als es ohnehin schon war.

Eine Abschlussfrage noch: Wo kriegt man diese coolen Buchstaben Pommes her?

Das sind die Alphabet Potato Letters von Sainsburys. Die schmecken sogar ganz okay!

 

 

Kate Schultze wurde in Görlitz geboren, zog aber kurz danach mit ihrer Mutter zurück nach Berlin. Direkt nach dem Abitur fing sie ihre Ausbildung zur Fotografin am Lette Verein in Berlin an. Aktuell ist sie im letzten Semester. Ihre Arbeit bewegt sich hauptsächlich im Bereich der Dokumentarfotografie. Einen Einblick gibt es auch auf Instagram.


Fotos: Katze Schultze| Interview: Redaktion

 

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