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levana

von Raoul Eisele


als deine Haare sich in den Sternen verfingen
gingst du perdu
hattest dich davongewundert
du Landkärtchenfalter
um mir um die Ohren zu fliegen

und per Sekunde wie Sprünge in der Oberfläche deines Fächers
ein ästelndes Brechen
und am Rand ein Spaziergang
ein Tigern im Anfang des Mondgebirges – der Wallebene

und du stakst in den Träumen
tief zwischen Schilf
mauserst dich im Faltklang
der säuselnden Stimme des Mädchens
mit zausrigem Haar
my little london girl

und der See zu deinen Füßen
ein Spiegelbild des Alls
und du streckst deine Fühler
steckst deinen Körper
aus dem weißen Haarkranz des Schilfs
ein stilles Entpuppen levana
und fliegst.



Gedicht: Raoul Eisele, geb. 1991, wohnhaft in Wien. Studierte Germanistik und Komparatistik. Zuletzt erschien sein Lyrikband „morgen glätten wir träume“ (Edition Yara, 2017). Weitere Veröffentlichungen in Anthologien sowie Literaturmagazinen finden sich u.a. in Rampe, Prolog, Ostragehege, Zwischenwelt, Wo warn wir, ach ja: Junge österreichische Gegenwartslyrik, Jahrbuch der Lyrik 2020, Junge Literatur Burgenland. 2019 wurde er neben dem Lyrikpreis der Energie Burgenland (1. Platz) auch mit dem Lyrikpreis der Lecher Literaturtage (2. Platz) sowie dem nordhessischen Autorenpreis (3. Platz) ausgezeichnet.


Illustration: Michelle Bray wollte eigentlich wirklich Kunst studieren. Weil sie sich nie darum gekümmert hat, was in eine Mappe muss, wurde daraus nichts. Heute zeichnet sie in ihrer Freizeit und träumt davon eines Tages jemandem eine Zeichnung als Tattoo zu stechen.



Im Rahmen des Themenfokus #liebe auf upgration.de zeigen wir 2020 verschiedene Perspektiven auf das Thema. Zeige uns Deine Gedanken dazu, komm vorbei oder schreib uns an: redaktion@upgration.de